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Bundestrainer 2026: Jürgen Klopp und alle DFB-Trainer seit 1926 im Überblick

Alle Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft von 1926 bis 2026

Jürgen Klopp ist seit dem 15. August 2026 Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der 59-Jährige folgte auf Julian Nagelsmann, der nach dem WM-Aus gegen Paraguay zurückgetreten war. Nach vier Spielen in der Nations League steht Klopp bei einem Sieg, zwei Unentschieden und einer Niederlage. Hier stellen wir alle 13 Bundestrainer seit Otto Nerz vor, mit Amtszeit, Bilanz und größten Erfolgen (Stand: 28. Oktober 2026).

Jürgen Klopp verfolgt im DFB-Trikot als TV-Experte das WM-2026-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Curaçao im Houston Stadium am 14. Juni 2026. Wenige Wochen später wird der frühere Erfolgstrainer zum neuen Bundestrainer berufen. (Alexander Hassenstein / Getty Images via AFP)
Jürgen Klopp verfolgt im DFB-Trikot als TV-Experte das WM-2026-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Curaçao im Houston Stadium am 14. Juni 2026. Wenige Wochen später wird der frühere Erfolgstrainer zum neuen Bundestrainer berufen. (Alexander Hassenstein / Getty Images via AFP)

Aktueller Bundestrainer: Jürgen Klopp

Am 24. Juli 2026 stellte der DFB Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer vor, sein Amt trat er am 15. August an. Klopp unterschrieb einen Vertrag bis zur WM 2030 und ist der 13. Bundestrainer der DFB-Geschichte, wenn man Reichstrainer Otto Nerz mitzählt. Als Vereinstrainer gewann er mit Borussia Dortmund die deutsche Meisterschaft 2011 und 2012 sowie mit dem FC Liverpool die Champions League 2019 und die englische Meisterschaft 2020.

Sein Debüt gab Klopp am 24. September in der Nations League mit einem 1:1 in Amsterdam gegen die Niederlande, Felix Nmecha traf zur Führung. Drei Tage später folgte in Augsburg ein 0:1 gegen Griechenland. Den ersten Sieg holte Klopp am 1. Oktober in München: Tom Bischof und Florian Wirtz trafen beim 2:0 gegen Serbien. In Thessaloniki gab es danach ein 0:0 gegen Griechenland.

Datum Spiel Ergebnis Ort
24.09.2026 🇳🇱 Niederlande – 🇩🇪 Deutschland 1:1 Amsterdam
27.09.2026 🇩🇪 Deutschland – 🇬🇷 Griechenland 0:1 Augsburg
01.10.2026 🇩🇪 Deutschland – 🇷🇸 Serbien 2:0 München
04.10.2026 🇬🇷 Griechenland – 🇩🇪 Deutschland 0:0 Thessaloniki

An Klopps Seite arbeiten die Co-Trainer Peter Krawietz, Pepijn Lijnders und Sven Bender, dazu kommt Marc Kosicke als Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation. Wer zu Klopps Team gehört, zeigen wir bei Trainerteam der Nationalmannschaft. Seinen Kader für die nächsten Länderspiele nennt Klopp am 5. November 2026. Am 13. November spielt Deutschland in Belgrad gegen Serbien, am 16. November in Berlin gegen die Niederlande. Alle Termine stehen im Spielplan der Nationalmannschaft, die Spieler im aktuellen DFB-Kader und ihre Nummern bei den DFB Rückennummern. Mehr zu Klopps Weg zum DFB gibt es beim Porträt Bundestrainer Jürgen Klopp.

Alle Bundestrainer im Überblick: Amtszeit und Bilanz

Die Tabelle zeigt alle Trainer der deutschen Nationalmannschaft mit Amtszeit, Zahl der Länderspiele und Bilanz aus Siegen, Unentschieden und Niederlagen. Die meisten Spiele hat Joachim Löw mit 198 bestritten, die meisten Titel holte Helmut Schön mit dem WM-Titel 1974 und dem EM-Titel 1972. Franz Beckenbauer und Rudi Völler hießen offiziell Teamchef, weil sie keine Trainerlizenz hatten.

Grafik: Alle Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft im Vergleich mit Amtszeit, Länderspielen, Siegen, Unentschieden, Niederlagen, Siegquote und Titeln mit WM- und EM-Pokal, von Otto Nerz bis Jürgen Klopp (Stand Oktober 2026)
Alle Bundestrainer im Vergleich: Joachim Löw hat die meisten Spiele, Jupp Derwall und Berti Vogts die beste Siegquote. Die Pokale zeigen, wer Weltmeister oder Europameister wurde. Zum Vergrößern anklicken. (Grafik: deutschlandtrikot.de)
Nr. Trainer Amtszeit Spiele S-U-N Größte Erfolge
1 Otto Nerz (Reichstrainer) 1926 bis 1936 70 42-10-18 WM-Dritter 1934
2 Sepp Herberger 1936 bis 1942, 1950 bis 1964 167 94-27-46 Weltmeister 1954
3 Helmut Schön 1964 bis 1978 139 87-31-21 Weltmeister 1974, Europameister 1972
4 Jupp Derwall 1978 bis 1984 67 44-12-11 Europameister 1980, WM-Finale 1982
5 Franz Beckenbauer (Teamchef) 1984 bis 1990 66 34-20-12 Weltmeister 1990, WM-Finale 1986
6 Berti Vogts 1990 bis 1998 102 67-23-12 Europameister 1996, EM-Finale 1992
7 Erich Ribbeck 1998 bis 2000 24 10-6-8 EM-Vorrunde 2000
8 Rudi Völler (Teamchef) 2000 bis 2004 53 29-11-13 WM-Finale 2002
9 Jürgen Klinsmann 2004 bis 2006 34 20-8-6 WM-Dritter 2006
10 Joachim Löw 2006 bis 2021 198 124-40-34 Weltmeister 2014, Confed-Cup-Sieger 2017
11 Hansi Flick 2021 bis 2023 25 12-7-6 WM-Vorrunde 2022
12 Julian Nagelsmann 2023 bis 2026 37 23-7-7 EM-Viertelfinale 2024, WM-Sechzehntelfinale 2026
13 Jürgen Klopp seit 2026 4 1-2-1 im Amt

Rudi Völler betreute die Mannschaft im September 2023 zusätzlich für ein Spiel als Interimstrainer, das 2:1 gegen Frankreich nach der Entlassung von Hansi Flick. Spiele mit Verlängerung zählen als Unentschieden, wenn die Entscheidung im Elfmeterschießen fiel.

Die Bundestrainer im Porträt

Julian Nagelsmann (2023 bis 2026)

Am 22. September 2023 stellte der DFB Julian Nagelsmann als Nachfolger von Hansi Flick vor, mit 36 Jahren war er der jüngste Bundestrainer seit Otto Nerz. Sein erstes Spiel gewann er am 14. Oktober 2023 mit 3:1 gegen die USA. Bei der Heim-EM 2024 schied Deutschland im Viertelfinale mit 1:2 nach Verlängerung gegen den späteren Europameister Spanien aus. In der Nations League 2024/25 wurde das Team Gruppensieger und schlug im Viertelfinale Italien, beim Final Four in München reichte es nach dem 1:2 gegen Portugal und dem 0:2 gegen Frankreich nur zu Platz vier.

Die WM-Qualifikation begann mit einem 0:2 in der Slowakei, endete aber mit dem Gruppensieg und einem 6:0 gegen die Slowakei in Leipzig. Bei der WM 2026 gewann Deutschland die Gruppe E nach einem 7:1 gegen Curaçao, einem 2:1 gegen die Elfenbeinküste und einem 1:2 gegen Ecuador. Im Sechzehntelfinale kam am 29. Juni 2026 in Foxborough das Aus: 1:1 nach Verlängerung und 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Anfang Juli trat Nagelsmann zurück. Seine Bilanz: 37 Länderspiele, 23 Siege, 7 Unentschieden und 7 Niederlagen bei 87:39 Toren. Alle Details gibt es bei Julian Nagelsmann als Bundestrainer.

Julian Nagelsmann, Bundestrainer von 2023 bis 2026 (Foto: Thomas Boecker/DFB)
Julian Nagelsmann war von 2023 bis 2026 Bundestrainer. (Foto: Thomas Boecker/DFB)

Hansi Flick (2021 bis 2023)

Am 25. Mai 2021 gab der DFB Hansi Flick als Nachfolger von Joachim Löw bekannt. Der frühere Co-Trainer von Löw hatte zuvor mit dem FC Bayern 2020 das Triple gewonnen. Flick startete mit acht Siegen in Serie und sicherte früh die Qualifikation für die WM 2022 in Katar. Dort schied Deutschland nach dem 1:2 gegen Japan, dem 1:1 gegen Spanien und dem 4:2 gegen Costa Rica erneut in der Vorrunde aus. Nach dem 1:4 gegen Japan in Wolfsburg wurde Flick am 10. September 2023 entlassen, als erster Bundestrainer überhaupt. Seine Bilanz: 25 Spiele, 12 Siege, 7 Unentschieden, 6 Niederlagen. 2024 übernahm er den FC Barcelona.

Hansi Flick, Bundestrainer von 2021 bis 2023 (Copyright depositphotos.com)
Hansi Flick war von 2021 bis 2023 Bundestrainer. (Copyright depositphotos.com)

Joachim Löw (2006 bis 2021)

Nach zwei Jahren als Assistent von Jürgen Klinsmann übernahm Joachim Löw 2006 das Amt und blieb 15 Jahre. Mit ihm erreichte Deutschland das Finale der EM 2008, Platz drei bei der WM 2010 und die Halbfinals der EM 2012 und 2016. Der Höhepunkt war der Titel bei der WM 2014 in Brasilien mit dem 7:1 im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien und dem 1:0 nach Verlängerung im Finale gegen Argentinien. 2017 kam der Sieg beim Confed Cup dazu. Danach ging es bergab: Vorrunden-Aus bei der WM 2018 und Achtelfinal-Aus bei der EM 2021 mit dem 0:2 gegen England, Löws letztem Spiel. Mit 198 Länderspielen, 124 Siegen, 40 Unentschieden und 34 Niederlagen ist er der Bundestrainer mit den meisten Spielen.

Jürgen Klinsmann (2004 bis 2006)

Der Weltmeister von 1990 und Europameister von 1996 wurde 2004 ohne Erfahrung als Cheftrainer Bundestrainer. Klinsmann reformierte Training und Strukturen, setzte auf junge Spieler und führte Deutschland beim Sommermärchen 2006 auf Platz drei. Danach verlängerte er nicht. Später trainierte er die USA, Hertha BSC und Südkorea. Seine Bilanz beim DFB: 34 Spiele, 20 Siege, 8 Unentschieden, 6 Niederlagen.

Rudi Völler (2000 bis 2004)

Völler sprang nach der EM 2000 als Teamchef ein, eigentlich nur übergangsweise, weil der vorgesehene Nachfolger Christoph Daum wegen einer Kokain-Affäre nicht mehr in Frage kam. Völler blieb und führte eine eher durchschnittlich besetzte Mannschaft bis ins Finale der WM 2002, das 0:2 gegen Brasilien verloren ging. Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2004 trat er zurück. Heute ist er Sportdirektor der Nationalmannschaft.

Erich Ribbeck (1998 bis 2000)

Ribbeck übernahm nach der WM 1998 mit 61 Jahren und gilt als der glückloseste Bundestrainer. Beim Confed Cup 1999 und bei der EM 2000 scheiterte Deutschland jeweils in der Vorrunde, bei der EM ohne einen einzigen Sieg. Seine Bilanz: 24 Spiele, 10 Siege, 6 Unentschieden, 8 Niederlagen.

Berti Vogts (1990 bis 1998)

Der Weltmeister von 1974 folgte auf Franz Beckenbauer. Mit Vogts erreichte Deutschland das Finale der EM 1992 und wurde 1996 in England Europameister, Oliver Bierhoff entschied das Finale gegen Tschechien mit dem Golden Goal. Bei den Weltmeisterschaften 1994 und 1998 war jeweils im Viertelfinale Schluss. Mit 102 Spielen und 67 Siegen hat Vogts eine der besten Bilanzen aller Bundestrainer.

Teamchef Franz Beckenbauer (1984 bis 1990)

Weil er keine Trainerlizenz hatte, hieß Beckenbauer offiziell Teamchef. Er führte die Mannschaft ins WM-Finale 1986 und ins Halbfinale der Heim-EM 1988. 1990 in Italien wurde Deutschland mit dem 1:0 gegen Argentinien Weltmeister, damit gewann Beckenbauer den Titel als Spieler und als Trainer. Am 7. Januar 2024 ist er im Alter von 78 Jahren gestorben.

Jupp Derwall (1978 bis 1984)

Derwall startete mit 23 Spielen ohne Niederlage, einem Rekord für Bundestrainer. In dieser Serie wurde Deutschland 1980 Europameister. Bei der WM 1982 in Spanien folgte das Finale, das 1:3 gegen Italien verloren ging. Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 1984 musste Derwall gehen und arbeitete danach unter anderem bei Galatasaray Istanbul.

Helmut Schön (1964 bis 1978)

Schön ist der erfolgreichste Bundestrainer: WM-Finale 1966, Platz drei bei der WM 1970, Europameister 1972, Weltmeister 1974 im eigenen Land und EM-Finale 1976. In 139 Spielen holte er 87 Siege, 31 Unentschieden und 21 Niederlagen. Als Spieler hatte er in 16 Länderspielen 17 Tore erzielt. Nach der WM 1978 hörte er auf.

Sepp Herberger (1936 bis 1942 und 1950 bis 1964)

Herberger war zunächst Reichstrainer und nach dem Zweiten Weltkrieg der erste Bundestrainer. Sein größter Erfolg ist das Wunder von Bern: Bei der WM 1954 gewann Deutschland das Finale gegen den großen Favoriten Ungarn nach 0:2-Rückstand mit 3:2. Bei der WM 1958 wurde die Mannschaft Vierter. Mit 167 Spielen war er lange Rekordtrainer, bis Joachim Löw ihn überholte.

Otto Nerz (1926 bis 1936)

Nerz war der erste hauptamtliche Trainer der Nationalmannschaft, damals noch als Reichstrainer. Sein größter Erfolg ist Platz drei bei der WM 1934 in Italien. Nach dem Aus beim olympischen Turnier 1936 gegen Norwegen übernahm sein Assistent Sepp Herberger.

Häufige Fragen zu den Bundestrainern

Wer ist aktuell Bundestrainer?

Jürgen Klopp ist seit dem 15. August 2026 Bundestrainer, sein Vertrag läuft bis zur WM 2030.

Wie viele Bundestrainer gab es?

Mit Reichstrainer Otto Nerz hatte die Nationalmannschaft 13 Cheftrainer, Klopp ist der 13. Zählt man nur die Zeit seit 1950, sind es zwölf.

Wer war am längsten Bundestrainer?

Joachim Löw war 15 Jahre am Stück im Amt (2006 bis 2021) und hat mit 198 Spielen die meisten Länderspiele. Sepp Herberger war insgesamt sogar 20 Jahre Trainer, mit einer Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg.

Welche Bundestrainer wurden Weltmeister?

Sepp Herberger 1954, Helmut Schön 1974, Franz Beckenbauer 1990 und Joachim Löw 2014.

Wann ist das nächste Spiel unter Klopp?

Am 13. November 2026 in Belgrad gegen Serbien, danach am 16. November in Berlin gegen die Niederlande, beide in der Nations League.

Quellen: DFB, kicker, ZDFheute